Ein durchschnittlicher niederländischer Haushalt gibt indikativ 25 bis 45 Euro im Monat für einzelne Abos aus - Streamingdienste, Fitnessstudio, Apps - und das zusätzlich zu Telefon und Internet. Die tatsächliche Summe liegt fast immer höher, als man denkt, weil die Beträge klein sind und das Geld automatisch vom Konto abgeht. Mit einer kurzen Prüfung sparen Sie schnell mehrere zehn Euro im Monat.
Warum Abos unbemerkt anwachsen
Abos sind so gestaltet, dass Sie vergessen, dass Sie sie haben. Drei Dinge arbeiten gegen Sie:
- Kleine Beträge. 7,99 Euro hier, 4,99 Euro dort. Jeder einzelne Betrag wirkt zu klein, um etwas zu unternehmen, doch zusammen sind es mehrere zehn Euro im Monat.
- Automatische Verlängerung. Nahezu alles verlängert sich stillschweigend. Sie müssen nichts tun, um weiterzuzahlen - Sie müssen aktiv kündigen, um aufzuhören.
- Kostenlose Testphasen. Sie melden sich für einen Gratismonat an, vergessen zu kündigen und zahlen danach monatelang für etwas, das Sie nicht nutzen.
Das Problem ist die Summe, nicht das einzelne Abo. Deshalb hilft nur ein vollständiger Überblick.
Schritt für Schritt: alle Abos erfassen
Nehmen Sie sich eine Stunde Zeit und gehen Sie methodisch vor:
- Prüfen Sie zwölf Monate Kontoauszüge. Ein ganzes Jahr, denn Jahresabos tauchen nur einmal auf. Prüfen Sie auch Ihre Kreditkarte und eventuelle PayPal-Auszüge.
- Notieren Sie alles Wiederkehrende. Jede wiederkehrende Abbuchung untereinander: Name, Betrag und wie oft. Rechnen Sie Jahresbeträge auf den Monat um (durch zwölf teilen), damit Sie alles vergleichen können.
- Markieren Sie, was Sie nicht erkennen. Unbekannte Abbuchungen sind oft vergessene Abos oder Testphasen, die weiterliefen.
Sobald alles schwarz auf weiß steht, sehen Sie meist sofort ein paar Posten, von denen Sie dachten, Sie hätten sie längst gekündigt.
Was können Sie kündigen?
Verwenden Sie eine einfache Faustregel: Haben Sie es in den letzten zwei Monaten nicht genutzt, kündigen Sie es. Sie können jederzeit wieder abonnieren, bei den meisten Diensten in einer Minute. Sie verlieren also nichts durch die Kündigung - Sie hören nur auf, für etwas zu zahlen, das brachliegt.
Seien Sie ehrlich zu sich beim Gedanken “vielleicht nutze ich es noch”. Genau davon leben Abos. Im Zweifel kündigen Sie: Sie merken von selbst, ob es Ihnen fehlt.
Klüger abonnieren: weniger für dasselbe zahlen
Kündigen ist nicht die einzige Möglichkeit. Oft zahlen Sie zu viel für etwas, das Sie behalten möchten:
- Streamingdienste im Wechsel nutzen. Nehmen Sie einen nach dem anderen. Schauen Sie eine Serie zu Ende, kündigen Sie, wechseln Sie zum nächsten. So zahlen Sie für einen Dienst statt für vier.
- Familien- und Duo-Abos teilen. Musik, Streaming und Cloud-Speicher bieten oft ein gemeinsames Paket, das pro Person deutlich günstiger ausfällt. Teilen Sie mit Mitbewohnern oder Familie.
- Jährlich statt monatlich wählen. Wenn Sie sicher sind, etwas ein Jahr zu behalten, ist der Jahrestarif meist 15 bis 20 Prozent günstiger. Aber nur, wenn Sie es wirklich nutzen - sonst zahlen Sie ein Jahr im Voraus für nichts.
Die Abos, die alle vergessen
Ein paar Kategorien entgehen fast immer der Aufmerksamkeit. Prüfen Sie diese zusätzlich:
- Cloud-Speicher. Die paar Euro im Monat für zusätzlichen Speicher bei Telefon oder E-Mail laufen jahrelang weiter.
- Jährliche App-Verlängerungen. Apps, die einmal im Jahr abbuchen, fallen in der Monatsübersicht nicht auf. Genau deshalb vergessen Sie sie.
- Lotterien und Spenden. Monatliche Teilnahmen und Spenden, die Sie einmal eingerichtet und nie wieder angesehen haben.
- Serviceverträge. Wartungsverträge für die Heiztherme, Versicherungen auf Geräte oder die “Zusatzgarantie”, die Sie beim Kauf abgeschlossen haben.
Keiner dieser Posten ist für sich ein großer Betrag, doch zusammen sind sie oft mehrere zehn Euro im Monat wert.
Beginnen Sie mit dem Überblick
Möchten Sie genau wissen, was Sie monatlich für Abos ausgeben? Zählen Sie sie alle mit dem kostenlosen Abo-Rechner zusammen und spüren Sie die übersehenen Posten mit dem Tool für versteckte Ausgaben auf. Abos sind nur ein Teil Ihrer monatlichen Kosten - sehen Sie sich danach auch die anderen Möglichkeiten an, bei Ihren Fixkosten zu sparen. Eine Stunde Arbeit bringt oft mehrere hundert Euro im Jahr.